Eis und Schnee

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Auch wenn gerade der Winter hier sehr warm ist, habe ich Lust auf Eis und Schnee.

Bei Crabapple Hill Studio habe ich einen schönen Quilt entdeckt, sowas ähnliches möchte ich mir nähen.

Ich hab erstmal lauter Stoffe gekauft und Stickgarn (!). Schon wieder eine neue Technik, ich habe seit ewigen Zeiten nicht gestickt. Aber die Schneeflocken und Eiskristalle auf weiß will ich sticken, nicht nähen.

1. Schritt: viele kleine 9-patches, insgesamt 48 Stück.

2. Schritt: viele Sterne nähen

Das hat nun wirklich Spaß gemacht: lauter verschieden große Sterne aus den tollen Stoffen nähen.

Einer ist schöner als der andere!

3. Schritt: Sticken!

Ich hätte es nicht gedacht, aber das Sticken war supereinfach. Mit dem Hexagon-Lineal einfach sechs Fixpunkte fixieren, mit dem blauen Markierstift ein paar Kristalle aufzeichnen (ok, ich hab mir Anregungen für die Kristalle bei Pinterest geholt) und dann einfach mit dem bunten Garn loslegen.

Es ging auch viel schneller als gedacht. Für all die großen Kristalle, die ich als ganze Blöcke noch in das Top einnähen will, habe ich nur zwei Abende gebraucht.

Und der blaue Markierstift hat ein hinteres Ende, das die blaue Farbe wieder aus dem weißen Stoff entfernt, so eine Art Tintenkiller.

4. Schritt: alles anordnen

Wie sortiere ich jetzt die ganzen genähten und gestickten Blöcke? Erst habe ich auf dem Tisch herumprobiert und auch noch zwei Stühle zur Hilfe genommen.

Hm - das ging nicht so gut. Auf dem Teppich herumschieben wollte ich auch nicht.

Im Internet haben alle guten Quilterinnen immer eine Design-Wall. So weit will ich jetzt nicht gehen, was mache ich mit dem Ding, wenn ich es nicht brauche?

Aber eine simple fleece-Wolldecke tut es auch. Einfach mit schweren Büchern auf dem obersten Regalbrett fixieren, dann die Blöcke draufdrücken. Und wenn einer runterfallen will, einfach mit einer Stecknadel fixieren.

Das ging wunderbar. Die Fotos habe ich mal mit dem handy, mal mit der Kamera aufgenommen, das erklärt die unterschiedliche Qualität.

Sieht das fertige Top nicht großartig aus?

5. Schritt: der äußere Rand

Der Rand soll wie zerbrochene Eisschollen aussehen, ich habe das erstmal mit einem Reststück ausprobiert, die Methode heißt Stack'n slash (und ich weiß wieder mal nicht, wie das auf deutsch heißt).

Ja, das ließ sich gut machen. Also habe ich alle 24 Eisschollen-Quadrate (10x10 inch) genäht. So soll später der äußere Rand also aussehen:

6. Schritt - Panik

Erst jetzt ist mir aufgefallen, dass ich hier 9 verschiedene Stoffe kombiniert habe, schneeweiß und 8 farbige. Von den 8 farbigen Stoffen sind 5 Batik-Stoffe.

Was ist, wenn die beim Waschen ausbluten?!?!?  und bei dem vielen weiß im Top muss ich den Quilt bestimmt öfter mal waschen! Und ich habe keinen Stoff vorgewaschen.

Uh oh.

Also habe ich zwei Platzdeckchen genäht. Beide etwa gleich groß, in der Eisschollen-Technik (klingt irgendwie besser als Stack'n slash). Das Batting ist Wolle, für die Rückseite habe ich den Stoff genommen, den ich auch für den großen Quilt nehmen möchte.

Und weil ich immer noch nicht wusste, wie ich diesen besonderen Quilt quilten möchte, habe ich eben das eine Platzdeckchen mit der Maschine gequiltet, das andere mit der Hand.

Für den Maschinen-Quilt habe ich ein simples Diamanten-Muster genommen und die Vorderseite mit Nylon gequiltet.

Für den Hand-Quilt habe ich zwei verschiedene Muster probiert: In der linken Hälfte habe ich parallel zur Naht gequiltet, das sieht natürlich vor allem auf den bunten Stoffen mit weißem Quiltgarn wunderschön aus. Die rechte Hälfte hat ein simples kariertes Grid gekriegt.


Der Maschinen-Quilt:

und hier der Hand-Quilt:

Und das Schöne ist:

alle Fotos der beiden fertigen Platzdeckchen sind nach dem Waschen entstanden!!!

Hier hat also kein Stoff abgefärbt (ich habe ein Entfärbetuch mit in die Maschine gesteckt, es kam fast schneeweiß heraus).

Jetzt kann ich also in Ruhe die Entscheidung treffen, ob ich den Quilt mit der Maschine quilte oder die vielen Stunden ins Handquilten investiere - der Quilt sieht nach dem Waschen immer noch wunderschön aus.

Wobei beim Handquilten wohl noch eine echte Investition dazu kommt: ich habe für dieses kleine Platzdeckchen allein zwei Nadeln komplett verbogen, die Batikstoffe sind schon sehr hart.

7. Schritt: Das Top fertigstellen

Jetzt bin ich also beruhigt und kann weiternähen. Zuerst kommen die 'Eisschollen' an das weiße Kernstück dran.

Und dann kommen nochmal jede Menge gestickte Eiskristalle drauf, jetzt vor allem auf die Übergänge zwischen Kernstück und Eisschollen.

Während ich auf den Rückseitenstoff wartete, wurde mir klar, dass dieser Quilt handgequiltet werden MUSS, auch meine Quilt-Freundinnen haben mich hier unterstützt. Das Top ist einfach zu schön und außergewöhnlich, um es durch die Maschine zu jagen.

8. Schritt: Her mit dem Quiltrahmen!

Man kann ihn in 3 Breiten aufspannen. Für den Civil War Sampler und die Hortensien hatte ich bisher die mittlere Größe eingestellt, das ist aber zu schmal für diesen großen Quilt, er misst immerhin 60 x 80 inch. Dazu kommt ja noch die größere Rückseite während des Quiltens - es hilft nix, ich muss den Rahmen auf die größtmögliche Breite einstellen.

Das war an sich kein Problem, die Konstruktion ist wirklich durchdacht! Aber wo stelle ich das Riesengerät während der kommenden Monate bloß hin? So groß ist meine Wohnung nicht. Naja, es muss mal wieder mein Bücherregal dran glauben.

Auch das Einspannen von solch riesigen Stoffmengen ist nicht ohne. Die Rückseite haben wir zwar im ersten Versuch ohne Falten oder Schieflage hingekriegt, dafür haben wir 5 oder 6 Versuche für das Top gebraucht. Das macht keinen Spaß...

Aber jetzt ist der Quilt im Rahmen und der Rahmen vor den Büchern - es kann losgehen!

Bei der Arbeit....

Er ist fertig!

Anfang Februar 2015 habe ich begonnen, Ende August 2015 war er fertig gequiltet. Er ist wunderschön geworden, hat auch schon die 1. Wäsche überstanden.

Einfach auf Fotos klicken und genießen!

Wenn Du eine Info erhalten möchtest, sobald ich einen neuen Quilt veröffentliche, klicke hier.

Comments (1)

  • Dagmar
    Dagmar
    at 31.01.2015
    Hallo Nina,

    bin total begeistert von Deinem fertigen Top und musste die Fortschritte einfach weiter verfolgen.

    Liebe Grüße aus dem verschneiten Braunschweig (wie passend)
    Dagmar

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