Marburger Schloss

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Nein, wie geschrieben – einen Watercolor-Quilt will ich nicht nähen. Aber diese Technik, diese vielen vielen winzigen Quadrate aneinander zu nähen (ohne dass man wie sonst Streifen näht und zerschneidet), die will ich mal ausprobieren.

Dazu braucht man Quilter’s Grid, ein Bügelvlies mit Aufdruck. Wobei – jetzt, wo der Quilt fertig ist, überlege ich, ob es nicht normales dünnes Bügelvlies (das man auch für Kleidung verwendet) auch tun würde?

Egal.

Wir mögen die Stadt Marburg und das Marburger Schloss. Also haben wir ganz viele Fotos gemacht, von allen möglichen Standorten und mit unterschiedlichen zoom-Einstellungen. Das beste haben wir als Grundlage genommen.

Schönen Stoff hatte ich schon, wieder mal Batik-Stoffe von hoffmanfabrics (kennen wir schon von Turtlebraids und Aquarium) für das grün, Reste vom Aquarium für den Himmel und nur dazu noch Stoffe für Steine und Dach besorgt.

Diese Stoffe habe ich in 1.500 Quadrate zerschnitten, jeweils 1,5 x 1,5 inch groß.  Kann man eigentlich ohne Tupperware quilten? Wie haben die Frauen das früher gemacht?

Weil das Quilter’s Grid zu schmal ist, um den Quilt auf einmal zu legen (er soll final 30 x 45 inch groß werden), habe ich das Foto in Segmente aufgeteilt und dann Segment-weise auf dem Bügelbrett die Stoffe nachgelegt.

Jaha – wer mitgerechnet hat, weiß, dass 30 x 45 nur 1.350 Quadrate ergeben. Ich wusste aber nicht genau, wieviel ich von jeder Farbe brauchen würde, also habe ich immer ein paar zuviel geschnitten.

Jedes Stück Vlies, das belegt war, wurde gem. Anweisung gebügelt. Diese Klebeschicht hält nicht ewig und nicht viel aus, reicht aber völlig, um das Vlies entlang der Kanten zu knicken und durch die Nähmaschine zu jagen. Und schon hat man supersaubere Nähte.

Dann muss man hinten die vielen kleinen ‘Kreuzungen’ mit der Stickschere anschneiden und dann die Quernähte nähen. Das Ergebnis sind perfekte Nähte über das ganze Top hinweg! Die Bügelei danach war etwas fummelig, jede 2. Naht muss in die andere Richtung gebracht werden – aber das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Quilter’s Grid schreibt selbst auf seiner Anleitung “Maschinenquilten wird empfohlen, Handquilten ist möglich”.

Glaube ich gern. Das fertige Top ist durch das relativ dicke Vlies und die vielen vielen Nähte und Naht-Kreuzungen so dick und steif, dass ich es auch nicht handquilten wollte.

Also mal wieder Nylon und freemotion (selbst in-the-ditch wollte ich hier nicht machen).

Ich probierte ein neues Quiltmuster aus, aber zunächst auf Papier. Ich habe begriffen, dass ich nichts frei quilten kann, was ich nicht sicher zeichnen kann. Für diesen Quilt habe ich ca. 30 Seiten DIN A4-Papier mit dem Muster gefüllt, bis ich es sicher drauf hatte.

Hier sieht man die Details von hinten. So ganz habe ich das Muster wohl doch noch nicht drauf.

Und hier nochmal das Foto zum direkten Vergleich. Der Quilt hängt inzwischen in Marburg in einem Haus, das 1595 gebaut wurde.

Wenn Du eine Info erhalten möchtest, sobald ich einen neuen Quilt veröffentliche, klicke hier.

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