Civil War Sampler

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Diesen Quilt wollte ich unbedingt machen – einfach, weil ich es jetzt kann.

Die Sampler-Quilts aus der Bürgerkriegszeit haben es mir angetan, ich habe im Internet jede Menge davon gefunden und bewundert.

Man kriegt ja mühelos ‘Civil war reproduction fabric’ in deutschen Quilt-Läden, irgendwie schon komisch! Was heißt reproduction fabric auf deutsch? Nachgemachte Stoffe?

Ich besorgte mir mehrere Stoffe und nahm mir das Buch It’s ok if you sit on my quilt vor. In diesem Klassiker sind so viele Muster drin, da war es eher die Frage, welche ich auswähle. Dank Harriets Technik wurden alle Blöcke sauber (präzise, wie sie immer schreibt). Ganz im Sinne der alten Civil War Sampler habe ich ihn ‘on point’ gesetzt, also die Quadrate hochkant gestellt. Und weil ich schon dabei war, habe ich auch das Sashing zwischen den Blöcken mit einem kleinen Mittelquadrat abgeschlossen.

Die Umrandung sollte – auch ganz klassisch – mit Flying Geese genäht werden. Hierzu hab ich mir das Lineal von Quilt in a day besorgt. Damit gelingen die Geese wirklich narrensicher!

Und danach kam die nächste Besonderheit:

Der Civil War Sampler war nun der erste Quilt, den ich komplett mit der Hand gequiltet habe! Inzwischen hatte ich nämlich auch hier gelernt: Gunhild Becker hat mir gezeigt, wie man richtig handquiltet und welche Nadeln, Garn und Fingerhüte man wirklich braucht. Ich habe ein bißchen rumprobiert und bin mir sicher: das gefällt mir und das möchte ich noch oft machen! Also habe ich in einen Handquilt-Rahmen investiert.

Jetzt war die Frage, wo quiltet man?  In-the-ditch wäre ja irgendwie dämlich, die ganze Mühe und dann sieht man hinterher nichts davon. Aber tolle Schablonenmuster oder Federn oder sowas auf dem Sampler-Quilt konnte ich mir auch nicht gut vorstellen.

Also habe ich mich für die dritte Variante entschieden und parallel zur Naht gequiltet, man sieht das ganz gut auf den Fotos. Dabei sind mir zwei Sachen aufgefallen: Man sollte besser nicht zu dicht an der Naht quilten, sonst hat man die ganze Nahtzugabe auch noch unter der Nadel, dann wird die ganze Lage verflixt dick. Und aus dem gleichen Grund sind Quilts, die so kleinteilig genäht sind, blöd quer über die Naht zu quilten, man stößt dann ja dauernd auf Nähte mit der dicken Stofflage. Solche Quilts werde ich in Zukunft möglichst nur parallel zur Naht quilten.

Das Gesamtergebnis finde ich wunderschön. Es sind zwar überhaupt nicht meine Farben, aber zu Bürgerkriegszeiten gab es halt noch kein leuchtendes blau oder rot.

Kleiner Spaß nebenbei: Ich hatte gelesen, dass die Amish-Frauen in jeden Quilt mit Absicht einen Fehler ‘einbauen’, weil nur Gott fehlerlos arbeitet. Also habe ich in diesen Quilt beim Nähen auch einen Fehler eingebaut (wer findet ihn?). Erst als der Quilt an der Wand hing und auch dann erst einige Wochen später habe ich entdeckt, dass es gar nicht nötig gewesen wäre – ich habe beim Quilten der Flying Geese einen kleinen Fehler gemacht…


update:

Der Sampler hing nicht lange in meiner Wohnung - es ist einfach kein Platz.
Deswegen habe ich beschlossen, ihn bei Etsy zu verkaufen. Bin gespannt, ob das klappt!

 

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