Dutch Treat

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Dutch Treat - ich habe noch nie von diesem Quilt gehört.

In der Yahoo-Gruppe für Farmer's Wife wurden Stoffe und Farbvarianten diskutiert, eine Frau wollte FW aus Jeans-Stoffen nähen. Wir rieten ihr alle ab - viel zu dick!! Aber ich meinte, dass die Zusammenstellung von so vielen Jeans-Blautönen schon sehr reizvoll wäre.

Daraufhin meinte Carol, dann würde mir Dutch Treat bestimmt gefallen.

Also habe ich gesucht und dieses Buch gefunden:

Ach je. 196 Blöcke in finished size 4 inch - und alle mit Appliqué!  und nicht nur das, auch noch Reverse Appliqué.

Äh - nach dem Aquarium und meinem Kurs bei Emer Fahy hatte ich mit Appliqué eigentlich abgeschlossen. Das lag nicht am Kurs von Emer - der war wirklich sehr gut.
Das lag einfach an meinen Nicht-Fähigkeiten, diese verflixten Teilchen sauber aufzunähen.

Aber dieser Quilt ist so wunderschön...

Es gibt grunsätzlich 3 Methoden bei Appliqué: raw edge, prepared edge und needleturn.
Ich bin nicht ganz sicher, wie das auf deutsch heißt: offener Rand, der ausfransen kann und darf, vorbereiteter Rand und - nein, keine Ahnung, was needleturn auf deutsch heißt.

Raw edge kommt nicht in Frage - das Schöne an den Delfter Kacheln ist ihre Sauberkeit, da will ich kein Gefranse.

Für Needleturn gibt es ein hervorragendes youtube-Video von Wendi Gratz: How to do needleturn appliqué.
Genauso hatte Emer uns das im Kurs auf der Nadelwelt Karlsruhe 2016 auch erklärt.
Hmja. Ich hab's also nochmal probiert, ein Fantasie-Muster zum Testen.
Das ist draus geworden:

Das ist doch wirklich nur peinlich.

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt hatte The Quilt Show ein Wochenende, bei dem fast alle Kurse kostenlos waren. Ideal - ich bin also auf die Suche nach Appliqué-Videos gegangen.
Und siehe da - Laura Fraga hat das vorbereitete Applizieren so detailliert erklärt, dass es mir einleuchtend schien. Im Nachgang habe ich mich erinnert - das war eine der vielen Techniken, die Emer uns auch gezeigt hatte. Damals hatte ich diese Variante für mich gedanklich aussortiert - viel zu umständlich!

Aber jetzt - ich hab's nochmal probiert! Mit einem richtigen Block aus dem Buch, Seite 64 - Gems. Erst mal was Einfaches ohne Rundungen. Das ist das Ergebnis:

 

Ja, klar, das ist nicht perfekt. Aber soviel besser als die needleturn-Variante!

Jetzt habe ich Vertrauen, dass ich die Blöcke hinkriegen werde.

Fehlt nur der Stoff und das richtige Werkzeug.

Der Stoff:
die Autorin des Buchs Judy Garden empfiehlt Indigo-Stoffe von Cotton in the Cabin.
Klingt gut. Aber als ich dort per mail anfragte, was die Stoffe kosten und wie hoch die shipping-Kosten sein werden, kam als Antwort 'äh, nee - nach Deutschland? Da soll ich doch besser etwas näher bestellen' und sie gab mir eine Adresse in England: The African fabric shop.

Ahaa - dort gibt es die Kategorie Shwe Shwe Indigos - und da fängt das Quilter-Herz an zu jubeln.
Ganz viele verschiedene Indigo-Stoffe und als Bonbon ein FQ-Paket mit 25 verschiedenen FQs für 60 Pfund. Und Shipping ist völlig im Rahmen, Zoll fällt nicht an (noch sind die Briten in der EU) - ich habe sofort bestellt!

Als weißen Stoff habe ich in meinem Quilt-Laden einfach 10 verschiedene Weiß- und hell-creme-Töne gekauft. Da der Indigo-Stoff auf jeden Fall gewaschen werden muss, habe ich auch die weißen Stoffe alle gewaschen. Das Applizieren geht sowieso bei weichen Stoffen leichter, finde ich.

Die Nadeln:
Hm. Jeder empfiehlt andere. Ich habe verschiedene ausprobiert, meine Testblöcke habe ich mit Tulip-Nadeln Größe 10 genäht. Die sind dünn, aber stabil und haben ein riesiges Nadelöhr.
In einigen Wochen ist die Nadelwelt Karlsruhe, da will ich zum Vergleich nochmal Roxanne Appliqué-Nadeln ausprobieren, die hat mein Quiltladen nicht vorrätig. Aber Roxanne wird sich anstrengen müssen, um gegen die Tulip-Nadeln aus Japan anzukommen.

Garn:
Noch schwieriger als Nadeln! Was die Fachleute alles empfehlen: Mettler Fine Embroidery No 60, Aurifil 50 weight cotton, DMC Machine Embroidery Thread, YLI 100 silk thread - und Superior Bottom Line.
Das ist der einzige Faden, den ich zu Hause habe. Mit dem nähe ich auch immer meine bindings auf der Rückseite fest, ich nehme ihn auch für English paper piecing. Ich mag ihn einfach.
Die ersten Blöcke sind also damit entstanden, ich werde in Karlsruhe aber nochmal nach den anderen Garnsorten gucken.

Bügeleisen:
Den Testblock habe ich mit meinem normalen Bügeleisen genäht, das ging so halbwegs. Daraufhin habe ich mir das Mini-Bügeleisen von Clover besorgt - damit war das Bügeln ein Genuss! Stiletto und Mini-Bügeleisen - gute Kombination!


Zur Dokumentation habe ich ein Tutorial für die prepared-edge-Methode erstellt - wie bereite ich den Block zum Nähen vor?
Zu den prepared-edge-Blöcken geht es dann hier.

Und dieser Quilt hat seine eigene Bionic Gear Bag erhalten, die kann man hier ansehen.

 

Es gibt ein update zum Thema needleturn - s. hier!

 

 

 

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